In diesem Blog teilt Marketplace Specialist Fabian Booijen sein Wissen und seine praktische Erfahrung aus dem Arbeitsalltag. Nicht nur Theorie, sondern Einblicke, die auf dem basieren, was auf Marktplätzen wie Amazon und bol wirklich funktioniert.
Wie funktioniert das Ranking auf Amazon und bol?
Im Grunde funktionieren beide Plattformen sehr ähnlich. Sie benötigen gute Inhalte, damit der Algorithmus versteht, worum es bei Ihrem Produkt geht. Das ist der erste Schritt.
Danach geht es vor allem um die Performance. Also darum, wie viele Menschen Ihr Produkt sehen, wie viele darauf klicken und wie viele am Ende tatsächlich kaufen.
Ein einfaches Beispiel: Angenommen, Ihr Produkt erhält viele Aufrufe, aber nur wenige Bestellungen. Dann geht der Algorithmus davon aus, dass Ihr Produkt offenbar nicht gut zu den Suchanfragen oder Erwartungen der Kunden passt. Ein Verkäufer mit weniger Aufrufen, aber einer höheren Conversion-Rate wird dagegen als relevanter angesehen und erzielt langfristig ein besseres Ranking.
Auf Amazon spielen Inhalte eine etwas größere Rolle für das Ranking, zum Beispiel durch Bullet Points und sogenannte Backend-Keywords im Hintergrund. Bei bol ist die Struktur etwas einfacher. Letztendlich geht es auf beiden Marktplätzen jedoch um die Leistung Ihres Produkts. Wird Ihr Produkt gekauft oder das Ihrer Konkurrenz?
Warum bin ich bei wichtigen Suchbegriffen nicht sichtbar?
Bei großen Suchbegriffen gibt es viel Suchvolumen, aber auch viel Wettbewerb. Sie konkurrieren mit Anbietern, die oft schon seit Jahren verkaufen und bereits bewiesen haben, dass sie Bestellungen generieren.
Dazwischen müssen Sie sich also erst positionieren.
Das gelingt nicht auf einmal. Sie müssen es Schritt für Schritt aufbauen. Zuerst müssen Sie überhaupt Bestellungen erzielen, danach sollte Ihre Conversion gut sein, und Sie sollten positive Bewertungen sammeln.
Wenn Sie zeigen, dass Ihr Produkt besser performt als das Ihrer Konkurrenz, werden Sie automatisch steigen. Aber das braucht Zeit und Daten.
Wie verbessern Sie Ihre organische Position?
Eigentlich ist es ganz einfach: durch Wachstum.
Sobald Ihr Produkt gut aufgestellt ist und die ersten Bestellungen eingehen, sehen Sie oft bereits erste Veränderungen. Jeder Verkauf hilft. Der Algorithmus erkennt, dass Ihr Produkt ausgewählt wird, und zeigt es dadurch häufiger an.
Danach geht es vor allem darum, konsequent weiterzumachen. Weiter verkaufen, weiter optimieren und dafür sorgen, dass Ihre Conversion-Rate stark bleibt.
Welche Rolle spielen Bewertungen im Ranking?
Bewertungen sind extrem wichtig.
Für den Algorithmus zeigen sie, ob Kunden zufrieden sind, wodurch sich Ihr Ranking verbessert. Für Verbraucher sind sie oft sogar ausschlaggebend für die Kaufentscheidung.
Wenn jemand ein Produkt mit schlechten Bewertungen sieht, wird meist direkt weitergescrollt. Viele positive Bewertungen schaffen dagegen Vertrauen und erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines Kaufs deutlich.
Außerdem lesen viele Kunden die Bewertungen tatsächlich aufmerksam durch. In einer Zeit, in der mit KI nahezu alles optimiert werden kann und Marken die schönsten Versprechen machen, suchen Verbraucher nach Echtheit und ehrlichen Erfahrungen anderer Käufer. Sie möchten Sicherheit haben und wissen, ob es versteckte Nachteile gibt. Gute Bewertungen nehmen diese Zweifel weg, und das sehen Sie direkt an Ihrer Conversion-Rate.
Wie beeinflusst der Lagerbestand Ihre Sichtbarkeit?
Der Lagerbestand ist wichtiger, als viele Menschen denken.
Wenn Ihr Produkt ausverkauft ist, kommt alles zum Stillstand. Keine Verkäufe bedeuten keine Daten, und ohne Daten verlieren Sie an Ranking. Gleichzeitig wechseln Ihre Kunden zur Konkurrenz, die dadurch wiederum stärker wird.
Außerdem kann ein zu geringer Lagerbestand Ihren Umsatz begrenzen. Wenn Kunden mehr bestellen möchten, als Sie verfügbar haben, entgehen Ihnen potenzielle Verkäufe.
Am wichtigsten ist Kontinuität. Sie sollten jederzeit lieferfähig sein, damit Sie weiterhin verkaufen und kontinuierlich wachsen können.
Wie wichtig ist die Click-Through-Rate für das Ranking?
Die Click-Through-Rate zeigt, wie attraktiv Ihr Produkt in den Suchergebnissen wirkt.
Viele Impressionen ohne Klicks sind kein gutes Zeichen. Der Algorithmus geht dann davon aus, dass das Produkt offenbar nicht ansprechend genug ist.
Und selbst wenn Nutzer klicken, aber anschließend nicht kaufen, wirkt sich das ebenfalls negativ aus.
Plattformen möchten Verbrauchern die beste Option anzeigen. Deshalb werden Produkte bevorzugt, die viele Klicks erhalten und sich gleichzeitig gut verkaufen.
Warum fällt mein Ranking plötzlich?
Dafür kann es verschiedene Gründe geben.
Manchmal ist es etwas Einfaches, wie eine schlechte Bewertung, eine Preiserhöhung oder der Verlust der Buy Box.
Es kann aber auch an externen Faktoren liegen. Vielleicht schaltet ein Konkurrent effektivere Werbung, hat seine Preise gesenkt oder erzielt inzwischen einfach bessere Ergebnisse. Möglich ist auch, dass der Algorithmus aktualisiert wurde und nun stärker auf bestimmte Faktoren achtet. Wenn Sie in diesen Bereichen schlechter abschneiden, kann Ihr Ranking plötzlich sinken.
Auch saisonale Einflüsse spielen eine Rolle. Produkte wie Weihnachtsartikel haben nun einmal natürliche Hoch- und Tiefphasen.
Wenn Ihr Ranking sinkt, sollten Sie sich daher immer fragen: Was hat sich verändert? Bei Ihrem eigenen Produkt oder durch externe Faktoren?
Warum werden Ihre Produkte also nicht gefunden?
Letztendlich läuft alles darauf hinaus: Der Algorithmus muss Vertrauen in Ihr Produkt gewinnen. Dieses Vertrauen bauen Sie mit guten Inhalten, starker Performance und konstanten Verkäufen auf.